26.05.2020

Fähre nach Trelleborg bei schönstem Wetter! Uns geht es nach all der Vorbereitungsaufregung sehr gut! Kurz vor Trelleborg gab es plötzlich große Nebelbänke bei schönstem Wetter.

Das erste Ziel war Ystad .... Das muß man ja mal sehen, wenn man sich alle Wallander-Krimis reingezogen hat. Hübscher Ort! Alles so ordentlich und sauber ...jeder Grashalm geputzt ...

Nach einem Spaziergang die Suche nach dem ersten Übernachtungsplatz, was doch etwas schwieriger war. Aber ... geschafft! Ein paar kleine Seitenstraßen zum Meer  gefahren und geguckt ... Da war dann der Platz: Mälarhusen! Kein Verbotsschild!

Am nächsten Tag nach langem Spaziergang an diesem wunderbaren, nahezu menschlenleerem Strand, Weiterfahrt zu einer alten Burg, Glimmingehus. Leider keine Innenbesichtigung - geschlossen wegen Corona!

Weiterfahrt nach Ahus. Wieder alles so sauber und gepflegt! Die Orte haben irgendwas von "Puppenstube" ....

Der 2.Übernachtungsplatz ist auf einem Parkplatz in Kristianstad. Morgen machen wir einen Spaziergang durch die Naturlandschaft - Vattenriket - und fahren danach nach Karlskrona! Dort werden wir mal einen Platz für mindestens 2 Tage suchen und versuchen, zu entschleunigen, d.h. nicht so viele Orte an einem Tag aufsuchen, sondern einfach mal nix machen und genießen ....

KARLSKRONA - Mit viel Glück Stellplatz und Entsorgung "for free"!! Direkt am Hafen! Nachmittags mit dem Fahrrad in die kleine Stadt. Es gibt kaum Touristen und auch sonst ist nicht viel los! Heute sind wir mit der Fähre - wieder "for free",  auf eine der Schären (Aspö) gefahren und haben sie mit dem Fahrrad umrundet. Wieder ein schönes Erlebnis!

Vormittags zwischen den Schären von Karlskrona gepaddelt, aber nach 2 Std. wegen Böen und immer wieder Gegenwind aufgehört! Nachmittags noch einmal Rundtour mit dem Fahrrad. Abends  langer Spaziergang u.a. zu Guben Rosenbom, durch Selma Lagerlöf's "Nils Holgersson's  wunderbare Reise"   zum Wahrzeichen von Karlskrona geworden.

31.05. Kalmar. Schöner Stellplatz an der Brücke nach Öland. Mit dem Fahrrad ist die Stadt gut erreichbar. Kleine Rundtour bei viel Wind am Nachmittag, u.a. zum Schloß.

 1.Juni - auf nach Öland über die hohe, ca. 6km lange Brücke. Wir umrunden die Insel und fahren zuerst nach Süden, vorbei an vielen alten Windmühlen und sehen eine einzigartige Heidelandschaft. An der Ostküste bei Böda finden wir einen riesigen Campingplatz, 100m vom Meer entfernt. Der Campingplatz ist nahezu ohne Gäste, der km-lange Strand menschenleer …. Hier bleiben wir für 2 Nächte und machen am nächsten Tag eine lange Strandwanderung. In den 4 Stunden sind uns ca. 6 Menschen begegnet…. 

3.6. 

Nach Besichtigung der "Bergholms Slot" - Schloßruine,  Abschied von der Insel. Morgen geht es quer durch Smaland und langsam Richtung Norden. 

04.06.2020

Auf Wiedersehen Kalmar und Öland. Heute längere Fahrt Richtung Norden über Eksjö. In der Nähe von Jonköping am Vetternsee suchen und finden wir einen Stellplatz kurz vor Ödeshög.

 05.06.2020

Weiterfahrt auf der u.a. Panoramastrasse am See entlang bis Börensberg am Götakanal. Auf dem Weg gucken wir uns die Ruine Alvastra, ehemaliges Kloster an. Schöner Stellplatz am Hafen im sonst etwas uninteressanten Börensberg. 

 06.06.2020 

Wir entschließen uns, noch eine weitere Nacht  zu bleiben und machen eine ca. 42km-lange Fahrradtour von Borensberg nach Berg. In Berg fließt der Kanal in den Rösensee mit einem Höhenunterschied von 52m. Das heißt, es finden sich zum Schluß  7 Schleusen hintereinander. Leider müssen wir teilweise im Regen nach Borensberg zurückfahren. Trotzdem eine schöne Tour!    

07.06.2020 

Wir fahren weiter Richtung Norden, zuerst nach Örebro. Die Landschaft erinnert etwas ans Allgäu, wenn da nicht die typischen Schwedenhäuser wären. In Örebro langer Spaziergang durch die Stadt – wieder ein schönes, großes Schloß, das aber leider geschlossen ist. Weiterhin staunen wir, dass so wenige Menschen unterwegs sind. Danach Weiterfahrt Richtung Falun. Nachmittags finden wir dank der App. „Stellplatzradar“ einen wunderbaren Platz am Dammsjönsee, sehr romantisch! 

 

08.06.  

 

Mittags Aufbruch zum Einkauf (Kühlschrank leer) – überall gibt es Lidl … Danach wieder einen wunderbaren Stellplatz am See in der Nähe von Falun gefunden! Wetter: Sonne, Wolken, Regenschauer wechseln sich ab. 

09.06.2020

Heute steht die Besichtigung der „Faluner Grube“, Kupferbergwerk an. Wir fahren mit dem Fahrrad hin. Bei der Besichtigung geht es ca. 65m unter die Erde …. etwas bedrückend, aber auch sehr interessant! Das Bergwerk ist ca. 1000 Jahre alt und wenn man bedenkt, dass viele Menschen, um ihre Familie ernähren zu können, dort jeden Tag runtersteigen mussten …. und viele aufgrund von Stolleneinbrüchen ihr Leben dabei gelassen haben …. Ich war jedenfalls froh, nach 1 Std. wieder oben zu sein! Übrigens ist hier der Ursprung der speziellen roten Farbe der Schwedenhäuser. Das aus dem Abbau des Kupferbergwerks gewonnene Pigment Falunrot wurde ab dem 16.Jahrhundert beliebt und im Laufe der Jahre zur schwedischen Nationalfarbe beim Hausbau.

 

Abends sind wir bei einer Radtour im Hochmoor gelandet, schöne Landschaft! Man ist sich dessen erst bewusst geworden, als der Pflanzenteppich unter uns nachgegeben hat und wir wie auf einem Schwamm liefen – an Fahrradfahren nicht zu denken …. Wieso der beschilderte Radweg durchs Fjäll ging, war etwas rätselhaft.

10.06.2020

 

Wir sind übrigens seit Örebro im DALARNA-Land. Symbol ist ein buntes Pferdchen, das immer wieder zu sehen ist.

Heute fahren wir zum Siljansee. Über Leksand mit urigen kleinen Bronzefiguren, die überall verteilt sind, geht es nach Rättvik. Dort  jagt ab Mittsommer ein Fest das andere!  Aber dann werden wir schon wieder weg sein. Die Stadt ist für uns relativ uninteressant, bis auf eine weiße Kirche, die weit über den See zu sehen ist, und an der alte Holzhäuser aus dem wohl 17.Jahrhundert stehen.  Dort sollen Menschen übernachtet haben, die zum Gottesdienst über den See gekommen sind. Die Suche nach einem Stellplatz – for free – ist etwas schwierig. Aber Paul gibt nicht auf und findet einen Platz, direkt am See und …. wir sind ganz alleine!

11.06.2020

 

Morgens blauer Himmel und schon warm. Kurzes Bad im See – statt Dusche! Heute fahren wir über Orsa  - das auch nicht besonders interessant ist – zu einem Bärencamp, welches sich als größerer Zoo entpuppt – teils eindrucksvoll, teils frustrierend. Lustig ist eine Braunbärenmutter mit 3 kleinen Bärenkindern, die zusammen auf einen relativ dünnen Baum klettern, der dann hin und her wankt. Da kommt die  Bärenmama und befiehlt  ihnen, mit dem Unsinn aufzuhören, worauf alle wieder runterklettern …. So sieht es jedenfalls aus. Sehr niedlich! Danach Weiterfahrt Richtung Särna. An einem Parkplatz neben einem großen See finden wir einen Platz zum Übernachten. 

12.06.2020

 

Vormittags paddeln wir ca. 2 Std. auf dem See und fahren danach weiter Richtung Särna. Ziel ist Schwedens höchster Wasserfall, der 70m in eine tiefe Schlucht stürzt. Da der Parkplatz vor dem Naturum so schön ruhig und leer ist, bleiben wir hier über Nacht stehen und machen morgen von hier aus eine Wanderung zum oberen Teil des Wasserfalls. 

13.06.2020

Wieder ein schöner Morgen! Heute machen wir die lange Wanderung zur und auf der Fjäll-Ebene, umgeben von Schneefeldern, über flechtenbewachsene Felsblöcke, mit weitem Blick über die grandiose Landschaft. Durch eine Lawine sind leider beide Brücken, die über den Wasserfall führen zerstört und wir müssen den gleichen Weg wieder zurückgehen. Auch kann man wegen der noch bestehenden Lawinengefahr nicht ganz nah ran.

14.06.2020

Heute gönnen wir uns mal den Campingplatz in Särna am See! Es ist ein Platz für ca. 80 Wohnmobile und es sind nur 5!! da. Wir stehen alleine unmittelbar am See, juchhuuuh! Bei dem See handelt es sich eigentlich um den aufgestauten Fluß  "Österdalälven", der dadurch viele große Seen bildet, die sich aneinanderreihen. Weil es so schön ist, bleiben wir hier gleich 2 Tage und gehen am 15.06. auf dem See paddeln. 

17.06.20

 

Inzwischen fahren wir  nach einem kurzen Stop in SVEG, durch das Bergland von Härjedalen, der bärenreichsten Gegend von Schweden und … begegnen auf einer ca. 1000m hoch gelegenen Straße durch das kaljfäll-Gebiet FLATRUET  endlich auch Rentieren. Eine kleine Herde „grast“ auf der Straße und zum Glück fahren wir gerade langsam …  Ziel ist ein Parkplatz in der Nähe von LJUNGDALEN, von dem man eine 12km Wanderung zum Berg HELAG machen kann….. Wir schaffen nur ca. 5km, da es wieder über  Stock und Stein geht und Schneefelder und Bäche überquert werden müssen….. Die Jahreszeit heißt Sommer – heute 25Grad - aber die Natur ist im Stadium, wie wir das Frühjahr kennen. Überall frisches Grün oder dicke Knospen an den Bäumen und Büschen! Vor kurzem lag hier noch überall Schnee!! 

Stunden später, Mitternacht ...

18.06.2020

 

Weiterfahrt auf der E45 zum Storsjösee. Und wieder Rentiere auf der Straße!  Auf dem Hoverberg am Storsösee gibt es die beste Aussicht über die Seenlandschaft ever. In Strömsund beginnt die bekannte „Wilderness Road“, vorbei an großen blauen Seen, kahlen Weiten und atemberaubender Bergszenerie . Wir sind jetzt im Landschaftsgebiet Jämtland, das im Norden an Lappland grenzt. Abends finden wir einen Naturcampingplatz am See mit unglaublich klarem Wasser. Er wird von Bewohnern der Umgebung gepflegt und ist umsonst.  Es wird nur um eine Spende gebeten. Überhaupt muss man sagen, dass hier in Schweden die Natur von Urlaubern wohl mehr geachtet wird. Es liegt so gut wie kein Müll rum! Unglaublich! Dass es so etwas gibt – wir Berliner haben so etwas ja schon lange nicht mehr gesehen …. 

19.06.2020

 

Nach der üblichen „Dusche“ im See ist das 1. Ziel der Wasserfall „Hällingsafallet“, der aus 35m Höhe in einen 600m langen Canyon stürzt. Unglaublich schön! Und das alles noch mit einem doppelten Regenbogen …. Endziel des Tages soll Ankarede - ein Sami-Dorf - sein, das vornehmlich nur im Winter bewohnt wird. Dort stehen die traditionellen Holzkoten, die als Wohnraum dienen und die viereckigen Vorratshütten mit Grasdach. Hier würde morgen auch eines der Mittsommerfeste stattfinden, die in Schweden aber alle abgesagt wurden. Als wir ankommen, ist das Dorf auch entsprechend leer.  Einen Übernachtungsplatz finden wir etwas weiter am Mesvattnet-See. 

20.06.2020 - Mittsommer

 

Heute kommen wir, nachdem wir über den Pass nach Lappland gefahren sind, nicht mehr viel weiter. Auf dem kurzen Weg werden die Schneeberge seitlich der Straße immer höher.  Das Stekenjokk (ehemaliges Erzabbaugebiet) ist eine Schneelandschaft  und es sieht großartig aus,  und … das Thermometer zeigt 25 Grad in der Sonne! Ich habe so viel Fotos gemacht, dass die Auswahl jetzt doch etwas schwierig wird ...

21.06.2020

 

Jetzt ist es soweit! Nachdem wir in bester Laune aus dem Schnee ins Tal runterfahren, alles wieder grünt und blüht, die Temperatur wieder steigt, finden wir einen Platz in Fatmomakke am kühlen See und … werden von Mücken überfallen! Absolut schrecklich! Wir flüchten erst mal mit dem Kajak aufs Wasser. Da wird es dann besser, aber die Sonne ist so heiß, dass wir das Unternehmen auch bald abbrechen! In Lappland ist es z.Zt. unnatürlich heiß! Anti-Brumm Forte, Essigessenz gegen die Stiche, Mückenspiralen ohne Ende, unser Schneckenhaus abdichten und aushalten …. Nicht witzig, aber wir müssen da durch ….Es soll ja auch wieder besser werden, sagen die Einheimischen …. 

22.06.2020

 

Die Nacht haben wir überlebt … Schon morgens brennt die Sonne und egal, wie kalt das Wasser ist – rein in den See und weg aus Fatmomakke. Wir fahren das letzte Stück des „Vildmagsvägen“ mit Ziel „Vilhelmina“. Auf dem Weg ist noch der grandiose Wasserfall „Tragstegsforsen“ zu sehen, der nicht durch die Höhe, sondern durch die Breite und seinen vielen Treppen beeindruckt. Weiter durch die Landschaft mit den beeindruckenden Blumenfeldern voller Wiesenblumen und wilden Lupinen, und dem Fluß „Kütsjoan“, der mit vielen Treppen ins Tal fließt. In Vilhelmina angekommen, Besichtigung des v.a. alten Stadtkerns mit seinen alten und bunten Häusern. Abends flüchten wir auf einen Berg bei Storuman, wo uns die Mücken etwas mehr in Ruhe lassen, da es hier auch etwas windig ist. 

23.06.

Wir fahren weiter auf der E45 Richtung Norden und machen Halt in „Sorsele“ bei einem kleinen Cafe, das von einer deutschen Frau betrieben wird und holen uns Informationsbroschüren. Weiter nach „Arvidsjaur“ mit seiner schönen weißen Holzkirche. Hier begann im 17.Jahrhundert die zwangsweise Christianisierung der Lappen = Sami. Die nordischen Kirchen gefallen uns sehr! 

Weiter geht’s zu einem wohl grössten  Wasserfall des Nordens „Storforsen“. Er ist  in der Tat eine Naturgewalt! Gewaltige Wassermassen stürzen über große Felsen und Treppen über 5km ins Tal. Die Gischt sieht man schon weithin von der Strasse. Und er ist laut!

 

Abends finden wir einen Platz direkt am Fluss „Piteälven“, in der Nähe des Wasserfalls. Wir fragen Einheimische, ob wir dort für eine Nacht stehen dürfen. 

24.06.

 

Heute überqueren wir den nördlichen Polarkreis und fahren weiter auf der E45 nach Jokkmokk. Dort ist außer dem Sami-Museum  und einer wieder sehr schönen, weißen Kirche nichts los. Da wir noch einmal im Nationalpark wandern wollen, verlassen wir in Porjus die E45 und fahren den aufgestauten Fluß „Luleälven“ mit seinen vielen Seen entlang  in die Berge. Unterwegs begegnen wir einer großen Rentiergruppe auf der Straße. In „Vakkotavare“ im Stora Sjöfallets - Nationalpark finden wir einen guten Stellplatz am …. Wasserfall. Hier ist es etwas kälter und windiger. 

25.06.

 

Es gibt für Wanderer den langen Königsweg „Kungsläden“, 430km lang. In Vakkotavare können wir ein kleines Stück davon laufen. Es gibt hier viele junge Leute, die von einer Hütte zur anderen laufen und z.t. auf dem Fjäll in Zelten übernachten. Wir machen uns auf den Weg und schaffen nur ca. 5,5 Stunden. Der Weg ist ziemlich anspruchsvoll, die Landschaft unbeschreiblich und auf Fotos eigentlich nicht wiederzugeben. Nur sehen wir hier leider keine Rentiere, die es hier doch so viel geben soll! Schade!