NORWEGEN
27.07.
Nach massiven Regenfällen, scheint wieder etwas die Sonne. Morgens machen wir einen Spaziergang durch das Freilichtmuseum Elverum, wo viel historische Bauwerke des Glommadal aufgebaut sind.
27.07.
Nach einem Stop in Hamar fahren wir auf einer kleineren Straße durch die Berge nach Lillehammer. Die Stadt ist quirlig und voller bunter Holzhäuser mit großer Fußgängerzone. Es sind hier viele Menschen unterwegs, was für uns ganz neu ist. Aber Norwegen hat auch nur wenig Coronafälle und wohl alles im Griff. Es sieht hier aus, wie die Welt vor Corona! Später fahren wir zum Olympiapark und wandern seitlich der Sprungschanze auf Treppen nach oben. Hier ist nichts abgesperrt ! Schöner Blick runter auf die Stadt! Leider kommt abends wieder eine kräftige Regenfront....
28.07.
Da der Wetterbericht auch für die Gegend nördlich von Lillehammer nur Regen ansagt, bleiben wir heute hier und stellen uns auf einen Parkplatz, direkt bei der Sprungschanze hin. Außer einem längeren Spaziergang bei Regenpause passiert heute erst mal nichts! Ab mittags regnet es nur noch! In einer überraschenden Regenpause am späten Nachmittag kommt das Highlight des Tages: ...
Training einiger Skispringer! Wir haben so etwas bislang nur im Fernsehen und bei Schnee gesehen.
29.07.
Wir verlassen Lillehammer Richtung Norden auf der E6 bis Ringebu, wo wir die erste Stabskirche sehen, deren Westteil aus dem 13.Jahrhundert stammt. Weiter geht es auf dem „Rondanevegen“ mit den wohl spektakulärsten Landschaften Südnorwegens und mit traumhaften Aussichten auf das Rondanemassiv des Nationalparks mit 10 Gipfeln von über 2000m. Am Straßenrand liegen immer wieder Schafe, die sich an den Autos nicht stören und einfach liegen bleiben. Zum Glück regnet es nicht mehr und wir können diese Landschaft genießen.
30.07.
Nach der Morgenwäsche im kalten Fluß geht es über Gebirgsstraßen zum 1.Fjord. In Grotli nehmen wir die 258, höher in die Berge und landen in einer Schneeschaft mit z.T. Eis auf den Seen. Wir sind auf ca.1300m und es ist kalt! Schmale Geröllstraße mit noch relativ hohen Schneebergen an der Straßenseite. Paul fährt, ich fotografiere ... Nach 3 sehr langen Tunneln nähern wir uns dem Geirangerfjord. Zum Fjord runter sind es viele Haarnadelkurven .... Aber dann sind wir da und sehen einen Fjord ohne Cruiseships, ohne Busse und relativ wenigen Touristen und ... es ist plötzlich warm! Das ist einfach großartig!
31.07.
Wanderung zum Wasserfall Storseterfossen. Es sollen nur 2km sein .... Aber wir müssen 550m hochlaufen ... Eigentlich hätte man für die Cruiseship-Touristen ja auch schon mal eine Rolltreppe bauen können.... Wir brauchen ca. 2 Stunden hoch! Aber es lohnt sich, da man hinter den Wasserfall gehen kann! Nachdem wir wieder unten sind, beschließen wir hier noch etwas zu bleiben und buchen einen Campingplatz, direkt am Hafen. Man gönnt sich ja sonst nix ...
01.08.
Paddeln auf dem Fjord zu den Wasserfällen, den "Sieben Schwestern". Wunderschön! Wir sind ca. 7 Stunden im Fjord unterwegs. Abends bekommen wir dann noch von Campingnachbarn einen großen frischgefangenen Fisch für den Grill geschenkt.
Besser geht's nicht!
02.08.
Nach diesen schönen 2 Tagen fahren wir aus dem Fjord viele, viele Haarnadelkurven hoch und machen uns auf den Weg nach Trollstigen. Den Norddalsfjord überqueren wir mit einer Fähre und auf gehts wieder ins Gebirge. Die R63 passiert bald die 5m breite Klamm "Gudbrandsjuvet", wo ein großer Wasserfall in eine Schlucht stürzt. Weiter in breiten Schleifen zum Trollstigen, wo sich doch sehr viele Touristen aufhalten. Die Aussicht ins Tal ist aber auch großartig! Danach wird es abenteuerlich. Es geht mit einem Gefälle von bis zu 12% mit 11 Haarnadelkurven ins Tal. Versteht sich von selbst, dass Paul fährt - ich gerade etwas ins Schwitzen ...Als wir im Tal ankommen, ziehen dicke Wolken und Nebel auf und wenig später regnet es wie aus Eimern. Wir haben Glück gehabt und die sehenswerte Strecke und die wunderbaren Aussichten ohne Regen erlebt.
Bild oben: Bergkette des Trollstigen - Trolltindan, (1795m) Bispen (1450m), Kongen (1614m), Dronningen (1568m)
Bild unten: Blick von der Aussichtsplattform Utsiken
03.08.
Heute habe ich Geburtstag ... und eine dicke Wolkendecke hängt über der Küste und es regnet und regnet .... Aber man darf nicht undankbar sein! Die letzten Tage waren so großartig und wir haben so viel Glück gehabt, dass wir diese o.g. Highlights bei schönem Wetter erleben durften! Nicht auszudenken, es hätte an diesen Tagen geregnet! Nachher fahren wir einfach nach Alesund und stapfen durch den Regen! Leider wird uns dieses Wetter ein paar Tage begleiten ....
Alesund! 1904 wurde die Innenstand durch einen Brand fast völlig zerstört. Hilfe kam in erster Linie aus Deutschland von Kaiser Wilhelm II und die Stadt wurde innerhalb von 3 Jahren im Jugendstil neu gebaut. Wir gehen die ca. 450 Treppen zum Hausberg hinauf und haben einen schönen Blick über die Stadt. Es regnet zwar nicht mehr so viel, aber es ist kalt geworden. Die Temperaturunterschiede sind hier wirklich krass!
04.08.
Es hat fast den ganzen Tag geregnet …. und kalt war es auch … und stürmisch … Während ihr in Deutschland schwitzt, ziehe ich meinen Winterpullover an …. Wir fahren weiter Richtung Süden und übernachten dann irgendwo auf einem Parkplatz an der Straße. Egal, es regnet sowieso …
05.08.
Morgens strömender Regen; alles grau in grau. Wir ziehen weiter Richtung Landesinnere zum Sognefjord, dem längsten Fjord der Erde (204km), der sich bis ins Herz der Berg- und Gletscherwelt hineinzieht. Wir fahren durch viele lange Tunnel, durch schmale Täler und vorbei an unzähligen Wasserfällen. In der Nähe eines Tunnels hält eine große Ziegenherde den Verkehr auf. Sie trotten langsam auf und an der Straße entlang. Am Nachmittag erreichen wir das Jostedalen Breheimcenter im Tal „ Jostedalen“ mit dem Gletschersturz „Nigardsbreen“. „Breheim“ bedeutet „Heimat der Gletscher“. Der gesamte Gletscher mit seinen vielen Zungen ist der größte in Europa! Das große Moränenfeld am Nigardsbreen zeigt hier deutlich, wie weit der Gletscher leider zurückgegangen ist …
06.08.
Nach ruhiger Nacht – wir waren ganz alleine auf dem Parkplatz – fahren wir die Sackgasse weiter bis zum „Styggevatnet“. Eine etwas unwirkliche Atmosphäre am See, wie im „Herr der Ringe“…. Viel Nebel und Eisschollen auf dem See. Auf ein Eispaddeln verzichten wir – es ist ziemlich kalt. Danach geht’s zum nächsten Gletscher, dem Bergsetbreen. Nach ca. ½ Stunde Fußweg durch den Birkenwald sehen wir den ziemlich breiten Gletscher, an den man aber nicht sehr nah rankommen kann. Trotzdem gewaltiger Eindruck! Inzwischen sagt der Wetterbericht für den nächsten Tag Sonne voraus … Da wir wieder gerne wandern wollen, fahren wir zum Parkplatz am Molden-Berg und verbringen dort die Nacht. Wir treffen dort noch 4 andere Wohnmobile aus Deutschland.
07.08.
Früh geht’s los – ca. 600 Höhenmeter bis zur Bergspitze mit 1116m …. Wir schaffen es in 2 Stunden. Der Blick auf den Lustrafjord (Seitenarm des Sognefords) ist faszinierend und leider auf einem Foto nicht wiederzugeben. Wir sind mit die Ersten und genießen den Blick und die Stille! Nachdem wir glücklich, unverletzt und etwas erledigt wieder unten sind – es begegnen uns viele andere Wanderer - ist der Parkplatz inzwischen völlig überfüllt. Wir machen unseren Platz frei und fahren runter ins Tal, um mit der Fähre nach „Flam“ zu kommen. Aber leider ist die letzte Fähre für heute schon weg … Morgen 9 Uhr geht’s weiter!
08.08.
Die Fähre, die uns nach Gudvangen im Naeroyfjord, einer der engsten Arme des Sognefjord bringen wird, ist pünktlich da. Nach einer beeindruckenden Fahrt fahren wir zu einem kleinen, sehr idyllischen Campingplatz in Bakka, der direkt am Fjord liegt. Leider ist von der Sonne hier schon um ca. 16 Uhr nichts mehr zu sehen, da der Fjord so schmal und die Berge so hoch sind. Und es wird merklich kühler …
09.08.
Da ich vormittags nach und nach 3 Pullover übereinander ziehen muss und mir immer noch kalt ist, die Sonne erst um 11 Uhr über den Berg gucken wird, es auch noch windig ist und wir somit auch nicht Kajak fahren können/wollen, gibt es nur eine Lösung: WEG! Wir fahren durch viele Tunnel die Berge hoch aufs Fjell und sehen einen schönen Sonnenplatz zum Aufwärmen am See "Strandaratnet". Hier bleiben wir auf einem größeren Parkplatz an der Straße auch über Nacht.
10.08.
Juchhuu, die Sonne scheint! Aber es ist ziemlich kalt. Trotzdem „baden“ wir morgens im See! Weiter geht’s Richtung Hardangerfjord durch die Hardangervidda, Europas größtes Hochfjellplateau, ein Eldorado für Wanderer. Es ist uns aber zum Wandern zu kalt … Nachmittags erreichen wir Norwegens berühmtesten Wasserfall „Voringfoss“, der sich 200m ins Tal stürzt. Inzwischen ist es sehr warm geworden, endlich! Abends gehen wir vor Sonnenuntergang noch den Berg 100m hoch und finden zum Baden eine kleine sichere Stelle im Fluss.
11.08.
Es geht hinunter ins Tal zum Eidfjorden, einem Arm des Hardangerfjorden. Die Straße verläuft nahezu spiralförmig nach unten, auch in den Tunneln. In einem Tunnel gibt es sogar einen Kreisverkehr – wo gibt’s denn sowas?! Die Ufer des Hardangerfjords sind mit Obstplantagen gesäumt und Obst wird auch an der Straße verkauft. Unser Ziel ist ein Sonnenplatz am Fjord – leider dauert der Weg länger als erwartet und und ein schöner Stellplatz auch noch schwer zu finden. Wir landen schließlich, schon auf dem Weg zum Gletscher „Folgefonna“ und damit wieder in den Bergen, an einem Bergsee mit kleiner Kuhwiese … alleine und ruhig! Die Atmosphäre hat etwas vom Allgäu … überall Kuhglockengeläut!
12.08.
Nach einem Bad am See und Frühstück fahren wir zum Gletscher hoch, nicht wissend, dass die schmale Straße ohne Leitplanken so viele extreme Kurven hat und eine bis zu 20% Steigung …. Plüschi schnauft, schafft es aber bis oben. Dort erwartet uns eine Schneelandschaft mit vielen Ski- und Snowboardfahrern, die bei diesem schönen Wetter (blauer Himmel und Sonne satt) den Gletscher runterfahren. Da es lebensgefährlich ist dort zu wandern, fahren wir wieder 100m runter (noch abenteuerlicher als hoch), wo es Wanderwege in die atemberaubend schöne Landschaft gibt. Abends stehen wir auf dem kleinen Parkplatz ganz allein und haben eine weite Sicht bis hinunter zum Fjord! Rentiere sehen wir wieder nicht, dafür Schafe und Kühe, die wohl mit Bergziegen gekreuzt wurden ….
13.08.
Um zu viel Gegenverkehr zu verhindern geht gleich morgens um 7Uhr die abenteuerliche Fahrt ins Tal zur Fähre in Jondal. Die Bremsen werden etwas heiß … und ich habe auch etwas Angst! Aber alles gut! Und dann sind wir 2 Stunden später in Bergen, einer Stadt, die man wohl sehen sollte. Die vielen Menschen und der Verkehrslärm sind ein Kontrast! Aber eine schöne Stadt! Wir bleiben hier 2 Tage und besichtigen, was geht …. Allerdings sind hier, sogar für norwegische Verhältnisse, die Preise enorm hoch! Zum Beispiel: 2 Kaffee und 2 belegte Brötchen = 38 Euro ….. Man gönnt sich ja sonst nix ….
14.8.
Eigentlich wollten wir morgens mit der Floyenbahn auf den Berg fahren, aber es lohnt sich nicht, da der Himmel grau ist. Also weiter Stadtbesichtigung! Abends ist die Stadt voll. Viele teure Rennboote und Yachten liegen im Hafen und überall ist Party. Wir finden mühsam einen ruhigen Platz, um einen Sundowner zu trinken.
15.08.
Die Sonne scheint und wir stehen um 10Uhr an der Kabelbahn „Floyen“, um aus 320m Höhe eine faszinierende Aussicht über die Stadt und die vorgelagerten Inseln zu genießen. Nach Besichtigung der „Stabkirche von Fantoft“, die allerdings nicht mehr im Original, sondern als Rekonstruktion vorhanden ist, machen wir uns auf den Weg Richtung Stavanger. Der Weg beinhaltet eine 50minütige schöne Fahrt mit der Fähre und einen 7km langen Tunnel unter dem Wasser. Nach doch langer Suche nach einem Stellplatz finden wir ihn in „Haugesund“, wo Fischer uns erlauben, neben dem Bootshaus zu stehen. Beim abendlichen Spaziergang bei viel Wind sehen wir plötzlich Pferdeskulpturen im Wasser, die in der Abendsonne fast etwas unheimlich wirken.
16.08.
Morgens sehen wir dichten Nebel. Wir fahren ein Stück weiter Richtung Süden, um einen Platz zu finden, an dem wir 2-3 Tage bleiben können. An der Südspitze der Insel Kamoy im Ort „Sandve“ soll ein kleiner Campingplatz sein, der zwar einfach ist, aber eine grandiose Aussicht hat. So ist es auch! 10 Minuten entfernt sind 2 relativ einsame Strände in einer Bucht mit weißem Sand und türkisfarbenem Meer. Wir bekommen sogar, da wir früh genug da sind, einen Stellplatz direkt oben an den Felsen mit Blick aufs Meer. Da kann man doch nicht meckern …
17.08.
Morgens wieder dichter Nebel, der sich aber vormittags auflöst. Es verspricht, ein sehr warmer und sonniger Tag zu werden und wir fahren endlich einmal wieder mit dem Fahrrad! Allerdings geht es ziemlich bergauf/bergab. Egal, es lohnt sich! Skudenshavn ist ein überaus malerischer kleiner Hafenort mit weißen Häusern, roten Dächern und alles ist mit Blumen geschmückt! Allerdings ist uns dieses Phänomen schon die ganze Zeit auf unserer Reise aufgefallen. In allen bisherigen Orten, stehen viele große, wunderschöne Blumenarrangements, die alle super gepflegt sind. Sogar Brücken in der Stadt haben Blumenkästen! Ein wunderschöner Anblick! Das war schon in Schweden so! In z.B. Berlin leider undenkbar … würde entweder geklaut oder zerstört werden…. Nach der Fahrradtour spazieren wir durch grüne Wiesen mit vielen Schäfchen zum kleinen Badestrand und stürzen uns ins Wasser! Der Tag endet mit einem schönen Sonnenuntergang, direkt vor unserer Nase …
18.08.
Es geht weiter! Irgendwie ist uns die Küste zu dicht bevölkert und wir vermissen doch etwas die Hochebenen und die Einsamkeit. Also fahren wir noch einmal in die Berge! Außerdem droht eine Kalt- und Regenfront und wir hoffen, davor fliehen zu können. Nachmittags sind wir in Sauda, ein relativ uninteressanter Ort, der aber am Ende eines Fjordarms liegt! D.h. Parkplatz am Wasser! Und … hurra, es fängt an zu regnen … d.h. Parkplatz auch „unter“ Wasser …. Die eine Wetter-App behauptet, es würde jetzt 10 Tage nur regnen mit Temperatursturz, die andere App meint, es bliebe warm und nur ab und zu Regen …. Wir werden es erleben und können nicht wirklich davor wegfahren!
19.08.
Na gut, es regnet ... Wir fahren mittags los Richtung Haukelifjell und sehen wieder auf dem Weg eine unfassbare Landschaft - Felsmassive, Wasserfälle und einen See nach dem anderen. Das Wetter wird auch wieder besser, hurra! Paul fährt natürlich, denn bei diesen Haarnadelkurven bin ich doch etwas unsicher! Was mache ich? Fooootos ....
20.08.
Wir haben neben der alten Haukelistraße übernachtet. Sie wurde 1865 eingeweiht und war damals die erste Straße, die Ost- mit Westnorwegen verbunden hat. Gegenüber von uns ist eine große Ziegenherde und eine Ziegenfarm, bei der wir morgens den echten Ziegenkäse „Ekte Geitost“ probieren und kaufen. Es ist neblig, aber noch relativ schön und wir machen uns auf den Weg durch die TELEMARK zur Stabkirche Eidsborg. Plüschi schnauft die Berge hoch …. Wer Fährt? Ich nicht … !! Das Kircheninnere kann man nur im Rahmen einer Besichtigungstour, zusammen mit dem angrenzenden Museum machen. Es lohnt sich! Nachmittags fahren wir „nur“ noch bis Seljord und sehen dort ein paar der älteren Häuser mit dem speziellen Giebelschmuck.
21.08.
Es hat die ganze Nacht geregnet, aber morgens ist es trocken und wir fahren durch sehr waldreiche Mittelgebirgslandschaft zur berühmten Stabkirche von Heddal. Sie ist die größte Stabkirche des Landes und wurde 1250 errichtet! Danach geht es weiter hoch in die Berge. Es kommt dichter Nebel auf! Oben auf dem Pass, ca. 1200m, beträgt die Sichtweite nur noch ca. 10m …. In vielen engen Serpentinen und mit 10-15% Gefälle geht‘s dann ins Tal nach Rjukan. Umgeben von 2000m hohen Bergen, liegt der Ort im derart tief eingeschnittenen Vestfjorddal, dass die Sonne 6 Monate nicht ankommt. Daher hat man 2013 drei gigantische Sonnenspiegel auf einem der Berge plaziert, die Sonnenstrahlen ins Tal reflektieren. Ein Regenschauer löst den anderen ab, d.h. wir haben es nicht geschafft, vor dem Regen wegzufahren …. Eigentlich wollten wir noch eine letzte größere Wanderung auf dem Fjell machen, was damit geplatzt ist. Es soll aber wieder besser werden …. Eine Norwegerin erzählte uns gestern, dass es in diesem Sommer bisher wenig geregnet hat! Ach ….
22.08.Regenschauer den ganzen Tag anhalten, fahren wir ganz runter bis Kristiansand und erleben auf dem Weg durch Setesdalen (Setestal) noch einmal eine etwas andere Landschaft. Die letzte Woche in Norwegen ist angebrochen! Wir sind jetzt über 10.000km gefahren und alles ist bisher gut gelaufen.
22.08.
Es treibt uns weiter Richtung Südküste und wir erreichen Kristiansand. Für die Übernachtung finden wir einen netten Platz am Yachthafen, allerdings keinen Platz, um einen ganzen Tag dort zu verbringen. Hier ist an der Küste alles dicht besiedelt. Wir machen einen Rundgang durch die Stadt und fahren weiter nach Lillesand. Hier landen wir dann doch auf einem Campingplatz. Auch gut so, da wir mal Wäsche waschen müssen ...
23.- 25.08.
Auf dem Campingplatz haben wir 3 Nächte gebucht, da der Wetterbericht 2-3 Tage Sonne versprochen hat ...und chillen ... Lillesand ist ein kleiner, pittoresker Ort mit vielen weißen Häusern.
26.08.
Nachdem es abends anfing zu regnen und morgens aus Eimern schüttete, fahren wir weiter. Zuerst geht es nach Grimstad, ein weiterer Ort, der zu den „weißen Städten“ gehört. Die Mehrzahl der Holzhäuser sind weiß angestrichen! Wir machen den üblichen kleinen Rundgang und fangen dann an, einen Stellplatz am Strand zu suchen …. Ein größeres Problem, da hier jede Bucht mit netten kleinen Häusern zugebaut ist. Schließlich werden wir an einer Badestelle auf der Insel Hisoy fündig.
27.08.
Irgendwie müssen wir mal wieder „duschen“, also ab ins Meer. Die Wassertemperatur ist inzwischen höher als die Lufttemperatur …. Der Himmel ist grau und es ist kalt! Wir fahren nach Arendal, dass auch „Venedig in Norwegen“ genannt wird. Die Sonne lässt sich plötzlich blicken und wir wärmen uns auf einer Bank am Hafen sitzend auf. Dabei kommen wir mit einem netten Norweger ins Gespräch, der uns auf der Insel Tromoy einen sehr guten Platz am Strand empfiehlt. Und das ist wirklich ein toller Tipp! Nachmittags wird es auch noch relativ warm; wir liegen am Strand und gehen sogar mehrfach baden! Der nette Norweger kommt uns später besuchen und wir können uns mit ihm noch viel über Norwegen unterhalten. Außerdem erhalten wir von ihm auch noch eine große Menge selbstgesuchter Wald-Blaubeeren. Was ein schöner Tag!!
28.08.
Unser letzter vollständiger Tag! Zur Gruppe der „weißen Orte“ gehört noch Tvedestrand mit dem schmalsten Haus Norwegens, dem „Bügeleisen“. Da es aber sehr regnet, halten wir uns hier nicht lange auf und fahren danach nach Langesund, wo wir morgen die Fährüberfahrt nach Dänemark haben. Nachmittags wunderbarerweise plötzlich noch einmal viel Sonne. Da wir früh am Parkplatz, nahe der Fähre sind, können wir am Wasser in der ersten Reihe stehen und weiter in der Sonne chillen ..
29.08.
14:30 Fähre nach Hilshals, Dänemark. Es war ein wunderbarer Urlaub! Wir haben viel gesehen und erlebt, freuen uns aber nun darauf, unsere Freunde wiederzusehen! Zuerst auf Sylt, dann in Kiel und ab 3.9. oder 4.9. in Berlin! Ha det (tschüss), Skandinavien!
Beate Reinicke
