26.06.2020

Es ist etwas kälter geworden, morgens nur 14 Grad und kalter Wind. Nach einem Stop im Naturrum „Laponia“ fahren wir zu einem Campingplatz in Gällivare, um doch mal Wäsche zu waschen, Schneckenhaus zu putzen und nach 2 Wochen endlich auch mal richtig zu duschen …. In Gällivare ist gerade ein Corona-Hotspot und der Campingplatz ist fast leer! 

27.06.

 

Gällivare ist menschenleer! Wir fahren etwas mit dem Fahrrad durch die Stadt; sehen eine sehr schöne weiße Holzkirche und das verlassene Bergwerk. Wie in Kiruna hat der Erzabbau enorme Bergschäden verursacht und der Ort muss komplett umziehen!  Die besten Häuser werden aufgeladen und an einen anderen Ort gebracht. Abends sind wir auf dem Berg „Dundret“ (oberhalb der Baumgrenze), um hier die Mitternachtssonne zu sehen. Es gibt tatsächlich keinen Sonnenuntergang! 

28.06.

 

Heute geht es über KIRUNA  am Fluss „Torneälven“ entlang zum Nationalpark ABISCO, ca. 20km von der norwegischen Grenze entfernt ist. Wir finden einen superschöner Stellplatz am Torneträsk-See.  In der Sonne sind 33Grad und man kann barfuß durch den Schnee laufen. Da die Wassertemperatur aber nur 8 Grad hat, ist nur ein kurzes Abtauchen möglich …. grandioses Gefühl hinterher! 

29.06.

 

Morgens fahren wir die 20km bis zur norwegischen Grenze und fragen nach, ob wir rüber dürfen …. Nein! Nicht schlimm, wir wollen sowieso wandern …. Auf geht’s zu einem See  in den Bergen. Die Strecke soll nur 5,5km lang sein, aber da es wieder über viele Schneefelder und Felsen geht, Bäche übersprungen und ca. 400 Höhenmeter überwunden werden müssen, brauchen wir ca. 6 Std. für den Hin- und Rückweg und sind danach etwas platt, aber glücklich. Der See „Trolsjön“ ist 34m tief und so klar, dass man eigentlich bis auf den Grund gucken kann. Aber leider ist er noch zugefroren. Heute haben wir noch viel Glück mit dem Wetter, blauer Himmel mit viel Sonne. Ab morgen Wetterumbruch mit max. 9 Grad und Regen ….  

30.06.

 

Es kommt schlimmer – nur 6 Grad und Regen. Wir fahren über Kiruna zur finnischen Grenze nach „Karesuando“. Der kleine Ort besteht nur aus wenigen Häusern, aber 2 Einkaufsläden, in dem es alles, vom Hundefutter, Technik, Lebensmittel bis hin zu Outdoorutensilien alles gibt. Finnland ist für Touristen noch nicht geöffnet, nur für Transitreisende. Wir fahren an der Grenze ein Stück weiter und finden einen Platz am Waldrand, in der Hoffnung, Rentiere oder Elche zu sehen, die bisher mehr auf Straßenschildern zu sehen waren. Aber nix da – keine Tiere live …

01.07.

Nach kalter und regnerischer Nacht fahren wir nach einem kurzen Stop am nördlichen Polarkreis nach „Haparanda“, die ähnlich wie Fankfurt/Oder geteilt ist. Nach Überqueren des Polarkreises ist das Wetter besser geworden und die Sonne kommt wieder raus. Kurz vor Haparanda liegt "Kukkolaforsen", wo  die Stromschnellen des Torneälv faszinieren.  Auf anderen Seite des Flusses liegt  Finnland.  Wir besichtigen Haparanda etwas  mit dem Fahrrad und verbringen die Nacht dann auf dem IKEA-Parkplatz. 

02.07.

 

Unsere App „park4night“ verspricht einen schönen Platz auf der Insel Seskarö. Wir fahren hin und treffen dort auf einem kleinen, sehr schönen Platz 4 andere deutsche Camper, mit denen wir uns etwas austauschen können. Die Insel erkunden wir mit dem Fahrrad und verbringen dort auch die Nacht. Nachts wachen wir um 3 Uhr auf und sehen einen roten Himmel mit dunklen Wolken, ein sehr kitschiger Anblick, den ich unbedingt fotografieren muss. 

03.07.

Heute gibt es nicht viel zu berichten. Es ist grau mit Nieselregen, machen nur einen kleinen Spaziergang auf der Insel und hoffen auf besseres Wetter ...

04.07.

Auf nach Lulea! Auf dem Weg liegt die Kleinstadt "Kalix", die aber nicht das verspricht, was beschrieben wird. Außerdem erstaunt schon, dass kaum Menschen unterwegs sind. Weiter nach Gammelstaden, Weltkulturerbe als einmalig vollständiges Ensemble einer Kyrkstad (Kirchstadt). Früher kamen hier die Menschen von weither zum Kirchgang zusammen und verbrachten dort auch eine Nacht, um sich mit anderen Menschen auszutauschen und zu feiern. Hier finden wir dieses lustige Schild s.u.

Nachmittags fängt es dann fürchterlich an zu regnen .... Wir finden einen schönen Platz am Strand von Lulea und verbringen die Zeit im Schneckenhaus. 

05.07.

Man darf nicht undankbar sein - 5 Wochen super Wetter! Seit einer Woche hat es sich abgekühlt und wir haben leider viel Regen .... Aber es soll ja wieder besser werden! Wir fahren weiter an der Ostseeküste nach Pitea und erkunden die Stadt per Fahrrad. Zuerst zum Bootsmuseum. Die Stadt selber ist nicht sensationell und nachwievorsind nur wenig Menschen unterwegs!  Danach suchen wir einen Stellplatz und finden ihn im Naturreservat "Sandängestranden" am Meer. Nachmittags kommt die Sonne raus und wir können einen langen Spaziergang am Strand machen! 

06.07.

Morgens fängt es wieder an zu regnen und wir machen uns auf den Weg nach Umea. Es regnet die ganze Zeit! In Skelleftea ist eine besondere Kirche, die bezgl. Bauweise in Schweden einmalig ist und wir natürlich sehen wollen. Leider ist sie aber geschlossen und da es weiterhin regnet, fahren wir weiter und finden den nächsten Stellplatz ca. 30km nördlich von Umea in Ratan, am kleinen Segelboothafen.

07.07.

 

In Umea können wir noch in der Sonne Kaffeetrinken, danach ist alles vorbei. Ein Platzregen nach dem anderen! Leider! Denn Umea verspricht eine ganz interessante Stadt mit vielen Kunstobjekten zu sein. Und dass ich nur 8 Bilder auf dem Fotoapparat habe, spricht ja auch für sich … und diese 8 Bilder sind alle vom gleichen Ort, nämlich dem Bahnhof, nur mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Das war der Moment ohne Regen … Morgen wollen wir eine Elchfarm besuchen und fahren daher Richtung Westen. Nicht, dass wir bisher keine Elche gesehen haben! Viele sogar, aber nur auf den Verkehrsschildern ....

08.07.

Die Elchfarm! Pünktlich stehen wir vor der Tür. Erwachsene Elche sind von den Elchkindern getrennt in großen Gehegen untergebracht und wir dürfen ins jeweilige Gehege und die Tiere streicheln ...  Es gibt 6 ganz junge Elche, die erst ca. 2 Monate alt sind – süüüüüss – das gibt wieder viele Fotos! Nach und nach kommen viele Familien mit Kindern und wir sind froh, dass wir so früh da waren. Weiter geht es nach Härnösand  mit Stellplatz in der Stadt. Es fängt wieder an zu regnen ….

09.07.

Wir erreichen Sundsvall – eine Stadt, deren Innenstadt 1888 vollständig abbrannte und mit wunderschönen Häusern der  Jahrhundertwendearchitektur neu aufgebaut wurde. Neben Stockholm die einzige Steinstadt!  Ein Touristenort, der jetzt in der „Coronazeit“ wenig belebt ist! Später müssen wir lange nach einem Stellplatz suchen, finden ihn aber auf der Insel „Alnön“ nahe der Stadt. Hier werden wir morgen einen Tag bleiben. 

10.07.

Abends, am 10.07. fahren wir noch nach Gävle und können dann heute bei Sonnenschein(!!) mit dem Fahrrad die Stadt erkunden. Als wir wieder bei unserem Schneckenhaus ankommen, fängt es wieder an zu regnen. Egal! Wir fahren weiter Richtung Norrköping mit einem Stellplatz in der Nähe der Stadt am Alsjönsee. 

12.07.

Nach einer Fahrradtour am See und anschließendem Sprung ins Wasser fahren wir zu Caro und Rudi, Nähe  Ostershamn. Hier warten wir die weitere Entwicklung "Tourismus Norwegen und Corona" ab und  entscheiden dann, wie es weitergehen kann und wird. 

16.07.

 

Nachdem wir sehr nette Tage mit viel Quatschen und Lachen bei Caro und Rudi verbracht haben, machen wir uns mittags auf den Weg Richtung Westen. Nach wie vor ist die Grenze nach Norwegen für Deutsche, die schon länger in Schweden sind, geschlossen – Eigentor? – Wir warten ab; es gibt ja noch viel in Schweden zu sehen. Auf dem Weg zum  Vätternsee finden wir abends einen Platz in Värnamo am Fluss. Abends erkunden wir noch etwas mit dem Fahrrad die Stadt, die aber nicht sehr attraktiv ist. Aber man soll sich ja bewegen …

17.07.

 

Schon wieder Bewegung angesagt, nämlich Wanderung durch den Nationalpark „Store Mosse“, Südschwedens größtes Moorgebiet mit Feuchtgebieten, Hoch- und Niedermooren, Sanddünen und vielen Blaubeeren . Wir wählen den  12 km-Rundgang durch ziemliche Wildnis …. Etwas zerstochen und auch etwas müde fahren wir danach weiter, um einen Platz am Vätternsee zu finden und finden ihn auch: große Stellfläche am See mit Sandstrand und alles „for free“. 

20.07.

 

Nach 2 schönen Tagen an diesem Ort  fahren wir heute zuerst nach Hjo, ein kleiner Ort mit alten Holzhäusern und krummen Gassen und, da er ehemals Kurort war, mit alten Villen am Seeufer. Dann geht es über Tibro nach Karlsborg, wo der Götakanal in den Vätternsee mündet. Wir finden einen Stellplatz am Hafen, auf dem schon viele andere Wohnmobile stehen. Zum ersten Mal „volle Hütte“. Abends kommen dicke Wolken und nachts fängt es an zu regnen….

21.07.

 

Ein Platzregen nach dem anderen … Mein PC hat Probleme bzgl. Betriebssystem aber zum Glück gibt es in Karlsborg einen PC-Doktor, der schnell helfen kann. Nicht vorstellbar …. Urlaub ohne meinen Laptop … Am nächsten Tag wollen wir im Naturschutzgebiet „Tiveden“ wandern und fahren in der Hoffnung, dort schon übernachten zu können, hin. Leider ist das Parken über Nacht verboten; wir finden aber außerhalb einen einsamen Platz im Wald.

22.07.

Der Nationalpark „Tiveden“ ist vor ca. 1 Mrd. Jahren entstanden. Gletscher sorgten dafür, dass hier riesige Findlingsblöcke im Wald liegen blieben und daher das Wandern heute hier teilweise schwierig und ohne Wanderschuhe nicht zu bewältigen ist. Seit 1983 unter Naturschutz stehend, hat sich ohne menschliche Eingriffe ein Urwald gebildet. Wie in allen dieser Gebiete gibt es ein „Naturum“, das Wanderwege gekennzeichnet hat. Wir krackseln ca. 2 Stunden im Wald umher und fahren danach Richtung Vänernsee. In „Sjötorp“, wo der Götakanal in den Vändernsee mündet, gibt es einen einsamen Platz am See. Wir sind über Stunden dort alleine! Gegen Abend kommen andere Touristen, alles Deutsche. Wahrscheinlich haben wir alle die gleiche App „park4night“ …

24.07. 

Nach diesen 2 ruhigen Tagen fahren wir über kurzen Stop in Marienstad nach Karlstad, am nördlichen Ufer des Vänern. Stellplatz direkt am Wasser!

25.07.

Da immer noch schönes Wetter und die Stadt aus viel Wasserwegen besteht, ist jetzt mal wieder Paddeln angesagt! Aber wir haben wieder nicht viel Glück ... Nach 3  Stunden Paddeln kommt auf den letzten 10km so viel Gegenwind, dass wir abbrechen und mit den Fahrrädern den ganzen Krempel zum Schneckenhaus transportieren!  Dann sehen wir das 1. Norweger Wohnmobil und Paul fragt sie nach der Situation Grenzöffnung für Schweden. Ja, es sind 4 weitere Landkreise freigestellt. Allerdings ist  für deutsche Touristen, die schon länger in Schweden sind, nach wie vor die Grenze zu ....  Norwegen nur erlaubt, wenn Schweden als Transit genutzt wird! Wir werden es dennoch morgen versuchen .... 

26.07.

Wir fahren zur Grenze! Ein junger Polizist lässt sich unsere Pässe zeigen und, ohne weitere Fragen zu stellen, winkt uns durch !!! Das ist ja unglaublich nach allem, was wir gelesen und gehört haben! Auf einmal sind wir in Norwegen und können es eigentlich nicht fassen! Da im Reiseführer der Weg nahe der Grenze zu Schweden als besonders schön geschildert wird, nehmen wir erst mal diesen Weg. Leider regnet es heute den ganzen Tag, aber egal. Wir machen für die Nacht Halt in Elverum am Infocenter. Morgen gehts weiter ... 

Wer uns weiter begleiten möchte: Link "Norwegen" anklicken s.u.